Geschichte

Die wenigen noch vorhandenen Unterlagen der früheren Jahre lassen zu, dass man als Gründungsjahr 1933 annehmen kann. Irgendwelche Aufzeichnungen aus den Jahren davor sind nicht vorhanden. Mitglieder und somit Gründer der Wehr Victorbur sind:

Jibbe Zimmermann geb. 05.10.1886
Ludwig Alberts geb. 09.10.1889
Johann Heddinga geb. 07.10.1887
Elto Hennig geb. 22.04.1913
Hinrich Schwitters geb. 26.04.1912
Johann Habben geb. 08.12.1912
Jann Thedinga geb. 20.04.1885
Folkert Janssen geb. 24.07.1882
Hermann Hicken geb. 21.01.1903
Jelto Uphoff geb. 12.04.1902
Geike Dirks geb. 08.03.1901
Heinrich Basse geb. 13.03.1900
Gerd Kleen geb. 17.03.1899
Rimt Hicken 25.08.1904
Johann Arends geb. 23.02.1906
Gerd Aden geb. 07.12.1901
Klaas Zimmermann geb. 19.11.1899

1934 erfolgte die Gründung des Löschverbandes Victorbur. In diesem Verband waren die Wehren Oldeborg mit 8 Mitgliedern, Münkeboe mit 11 Mitgliedern, Moorhusen mit 10 Mitgliedern, Upende mit 8 Mitgliedern und Victorbur mit 18 Mitgliedern zusammengeschlossen, somit 55 Mitglieder. Der Verband war aufgestellt in 2 Löschzüge und 4 Halbzüge. Der Zusammenschluss der späteren Berichte, auch Feuerlöschverband Upende genannt, wurde angeführt von einem Brandmeister und 4 Löschmeistern.

Der Brandmeister, zugleich Wehrführer der Wehr Victorbur, war der vielen noch mit guter Kommandostimme in Erinnerung gebliebener Ludwig Albers. Sein Vertreter war Harm Ludwigs.

Interessant ist aus den Aufstellungen und Verbandsberichten, dass seinerzeit Upende und Moorhusen noch eigene Wehren unterhielten.
Aus den Dienstplänen der dreißiger Jahre geht ein sehr abwechslungsreicher Dienst hervor. Exerzieren, Singen, Unterricht, Ausmarsch, Ausbildung am Gerät wird nicht erwähnt. Es ist aber bekannt, dass eine Handdruckspritze und später in Oldeborg auch eine Motorspritze vorhanden war.

Einem Beschwerdebericht des Brandmeisters ist zu entnehmen, dass kein Gespann kommandiert war, um die Spritze zum Brandort zu fahren. 1937 wurde eine Motorspritze Retterin mit diversem Schlauchmaterial angeschafft. Die Auflösung der Verbandes ist aus vorliegenden Unterlagen nicht zu erkennen. Es müsste 1940 gewesen sein.
1942 wurde für die Wehr Victorbur eine Motorspritze Goliath III TS+TSA mit 2-zweirädrigem Anhänger angeschafft.

-Schreiben an den Feuerwehrführer Victorbur.
Jibbe Zimmermann Hauptwachmeister der Feuerwehr 1944.
„Ernst Basse hatte eine Sondergenehmigung im Brandfalle durfte er mit seinem Kraftrad einen roten Winkel in Betrieb nehmen.“

Jibbe Zimmermann war bis 1945 Wehrführer der Wehr Victorbur.
Ebenfalls im Jahre 1945 wurde aufgrund der Einberufung von vielen aktiven Feuerwehrkameraden zum Kriegsdienst, eine Frauengruppe aufgestellt. Die hier verpflichteten Frauen wurden auch Helferinnen genannt.
In der Frauengruppe waren tätig:
Gretje Heyen, Antje Bloem, Anna Eilers, Anni Janssen, Berta Doden, Klara Goes, Anna Meyer und Maria Peters.

Am 23. Oktober 1945 wurden Hans Uphoff zum Brandmeister der Wehr Victorbur gewählt.
Folgende aktiven Feuerwehrmänner waren anwesend:
Gerd Kleen
Hans Uphoff
Rolf Ihnen
Dirk Haren
Harm Janssen
Bernhard Dannholz
Jasper Zimmermann
Klaas Zimmermann
Hinrich Doden
Harm Dieken
Ernst Basse
Heye Janssen
Kampe Kruse
Geike Dirks
Hinrich Basse
Reiner Dannholz
Wilhelm Ditzfeld
Martin Jürgens
Gerhard Müller
Gerd Aden

Der frühere Wehrführer Jibber Zimmermann wurde einstimmig aus der Wehr ausgeschlossen.

Aufstellung der aktiven vom 29.Juni 1949:
Hans Uphoff Brandmeister
Heinrich Janssen stellv. Brandmeister
Gerhard Müller Maschinist
Dirk Kleen Gruppenführer
Enno Doden
Ihne Detmers
Hinrikus Dörnath
Klaus Zimmermann
Folkert Zimmermann
Marinus Kruse
Adolf Janssen
Klaus Müller
Albert Brinkmann
Eilt Uphoff
Hinrich Kruse

1951 wurde für die 1942 angeschaffte Motorspritze mit Anhänger ein PKW als Zugmaschine beschafft.
Daten PKW Opel, Baujahr 1935, Hubraum 1920 cm³, Ottomotor, 36 PS, Eigengewicht 1066 kg, zulässige Beladung 434 kg, zulässiges Gesamtgewicht 1500 kg. 4 Sitzplätze. Verkäufer Brunnenbauer Th. Gerdes in Norden.

Erwähnenswert ist neben vielen Episoden aus der Zeit, dass mit dem Fahrzeug, der für 5 Personen zugelassen war, bis zu 12 Wehrmänner auf einmal zum Brandeinsatz befördert werden konnten.

Großes Feuwehrzeltfest am 05. und 06. August 1950 bei Hanssen in Victorbur.
„Die Theatergruppe Victorbur spielt das plattdeutsche Theaterstück, „Uns Modersprak“. Preisschießen des Schützenverein Victorbur, Buden aller Art und ein bewachter Fahrradstand sind am Platze.“

Im Jahre 1952 wurden im Garten der Gastwirtschaft Hanssen ein Gerätehaus errichtet.

1954 kaufte die Gemeinte einen VW-Transporter der in Eigenleistung zum Geräte- und Mannschaftswagen umgebaut wurde. Hier wurde von vielen Kameraden sehr viele Stunden investiert, insbesondere von Kamerad Hermann Schröder.

Nachdem unser Brandmeister Kamerad Hans Uphoff die Altersgrenze erreichte, wählte die Wehr 1960 Hinrikus Dörnath zu seinem Nachfolger.
Sein stellv. Wurde Klaus Zimmermann.
Zu dieser Zeit hatte die Wehr nur 11 Mitglieder.

1972 war das Jahr der Gemeindereform. Aus den umliegenden kleinen bis dahin selbstständigen Gemeinden wurde die Gemeinde Südbrookmerland gegründet. Hieraus folgte ein größerer Raumbedarf der Gemeindeverwaltung, die daraufhin das 1952 errichtete Gerätehaus der Wehr selbst benötigte. Als Ersatzgebäude wurde der Wehr die ehemalige alte Schmiede des Schmiedemeisters Detmers zugewiesen. Diese wurde wiederum in Eigenleistung in ca. 500 Stunden zum Gerätehaus umgebaut. Leider fehlte im „neuen“ Gerätehaus ein Unterrichtsraum, wie auch ein WC; von einer Heizung ganz zu schweigen. Begründet auf diesen baulichen Unzulänglichkeiten, wurde der sonntägliche Feuerwehrdienst im Friesenhof abgeholten. Doch so dich an der Quelle, wurde es doch so manches mal sehr spät im Friesenhof.

Im Juli 1972 erhielt die Ortsfeuerwehr Victorbur als erste große Anschaffung der neuen Gemeinde Südbrookmerland das noch vom alten Rat der Gemeinde Victorbur bestellte Löschgruppenfahrzeug LF 8 aus der Hand des ehem. Gemeindedirektors Wilhelm Schoolmann. Verkaufsleiter Hans Schwitters der Firma Hippen-Romanesen war bei der Schlüsselübergabe an Hinrikus Dörnath zugegen.

In diesem Jahr bestand die Wehr aus 14 aktiven Feuerwehrkameraden.
Diese waren:
Friedel Geiken
Jakobus Dannholz
Jelto Dannholz
Hinrikus Dörnath
Jan Geiken
Theo Geiken
Schweer Goldenstein
Heinz Hicken
Wilhelm Blumhoff
Eilt Uphoff
Edo Zimmermann
Klaus Zimmermann
Martin Zimmermann
Hermann Schröder

Am 11. März 1973 wurde eine Schnelligkeitsgruppe aufgestellt.
Schweer Goldenstein Gruppenführer
Edo Zimmermann stellv. Gruppenführer
Jan Geiken Maschinist
Klaus Fisser stellv. Maschinist
Bernhard Hanssen Melder
Friedel Geiken Angriffstruppf.
Gerhard Jürgens Angriffstruppm.
Martin Zimmermann Wassertruppf.
Detmer Gerdes Wassertruppm.
Geike Geiken Schlauchtruppf.
Poppe Roß Schlauchtruppm.

Diese Gruppe schickte sich an, in den folgenden Jahren die vordersten Plätze zu belegen
1975 auf Kreisgebiet 3. Platz
1976 auf Kreisgebiet 2. Platz 49,5 Sek. Ochtelbur
1977 auf Kreisgebiet 3. Platz 49,5 Sek.
1978 auf Kreisgebiet 2. Platz
1979 auf Kreisgebiet 1. Platz 46,6 Sek. Plaggenburg
1980 auf Kreisgebiet 3. Platz 50,2
1981 auf Kreisgebiet 1. Platz 46,05 Sek. Victorbur
Auf Gemeindeebene wurden viele 1. Plätze belegt

18.02.1973 Jan Geiken wurde für Klaus Zimmermann zum stellv. Ortsbrandmeister gewählt.

Im Jahre 1974 wurden die Jugendfeuerwehr gegründet, genau am 31. Mai 1974. 12 Jugendfeuerwehrmänner wurden aufgenommen, viele sind heute noch in der Wehr, jetzt aber als aktive Mitglieder.

Der erste Jugendfeuerwehrwart war Schweer Goldenstein, der auch der erste Befürworter einer Jugendfeuerwehr war. Seinem persönlichen Engagement ist es zu verdanken, dass in Victorbur eine Jugendfeuerwehr gegründet wurde. Sein Vertreter von erster Stunde war Theo Geiken.
Die ersten Jugendfeuerwehrleute dieser Stunde waren:
Jann Schoolmann
Berthold Zimmermann
Jakobus Dannholz
Manfred Zimmermann
Gerhard Janssen
Gerd Blumhoff
Alfred Redenius
Meno Redenius
Frerich Schoon
Rudy Wilken
Heinz Schröder
Jochen Uphoff

Im April 1974 wurde die Wehr zu einen Moorbrand gerufen. Eine im Endeffekt 350 ha große Moorfläche stand in Brand. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten und ließen die Feuerwehren fast machtlos erscheinen.

1974 hatte die Wehr bereits 22 Mitglieder, diese waren die aus dem Jahre 1972 genannten, und:
Bernhard Hanssen
Hans-Bernhard Hanssen
Klaus Fisser
Gerhard Jürgens
Detmer Gerdes
Geike Geiken
Poppe Roß
Martin Zimmermann

21. Juli 1975 durfte die Jugendfeuerwehr einen Wimpel, der von den Eltern und der aktiven Wehr gespendet wurde in Empfang nehmen. Kosten hierfür 180.-DM.

Mit Folkert Zimmermann und Hinrich Meyer wurden 1976 die ersten fördernden Mitglieder aufgenommen.

Vom 17. bis zum 20. Juni 1976 besuchte die Jugendfeuerwehr ihr erstes Zeltlager. Kreisbrandmeister Hermann Schmidt war Schirmherr der Veranstaltung. Tjade Meyer war Kreisjugendfeuerwehrwart. Die kleinen Zelte der Jugendfeuerwehrmänner waren schnell durch den Dauerregen durchgeweicht.

Die vorläufige Unterbringung der aktiven und der Jugendfeuerwehr in der alten Schmiede Detmers endete 1976 mit dem Einzug in das neu errichtete Feuerwehrgerätehaus hinter dem Rathaus. Der Flachdachbau mit 2 Fahrzeughallen von denen eine als Unterrichtsraum ausgebaut wurde, hatte nun endlich einen Unterrichtsraum, ein WC und eine Heizungsanlage. Somit konnten die sonntäglichen Feuerwehrdienste nun in den neuen Räumlichkeiten abgehalten werden, und endeten nun auch nicht mehr so spät.

14. Juni 1977 war die Neuwahl des Kreisjugendfeuerwehrwartes und seines Stellvertretenden. Dirk Harbers wurde zum Kreisjugendfeuerwehrwart, und Schweer Goldenstein zu seinem Stellvertreter gewählt.

Im Jahre 1985 verstarb der Gemeindejugendfeuerwehrwart Gerhard Ihnken im Alter von nur 58 Jahren. Sein Nachfolger wurde Schweer Goldenstein. Dieses Amt wurde vom Kameraden Goldenstein bis 1992 wahrgenommen.

Anlässlich der Mitgliederversammlung im Dezember 1979 trat der bisherige Brandmeister Hinrikus Dörnath nach 19 jähriger Wehrführung zurück. Neu gewählt wurde der bisherige Gruppenführer und Jugendfeuerwehrwart Schweer Goldenstein. Stellvertretender Brandmeister wurde Jan Geiken, der das Amt bis 1986 inne hatte. Die Wehr hatte zu dieser Zeit 42 Mitglieder. 22 aktive Kameraden, 12 Mitglieder der Jugendfeuerwehr sowie 8 fördernde Mitglieder.

1984 wurde ein Bauantrag für den Aufbau eine Dachgeschosses gestellt.

1986 wurde Kamerad Focko Westerbur während der Mitgliederversammlung zum stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt, und löste Jan Geiken ab.

Am 01. April 1989 kam die lang ersehnte Zusage für den beantragten Ausbau des Dachgeschosses.

Am 05. April 1989 erfolgte der erste Spatenstich für den in Eigenleistung zu erstellenden Anbau und Dachaufbau.
Schon nach sieben Wochen Bauzeit konnte Richtfest, nach alt hergebrachter Art, gefeiert werden.

Am 27. Oktober 1990 konnte der Umbau offiziell übergeben und eingeweiht werden. Das gesamte Bauvorhaben wurde nach etwa 16. Monaten fertiggestellt. Mit im Bauvorhaben eingeschlossen war die Erstellung eines Überdachten und abgeschlossenen Fahrradstandes für die Bediensteten der Gemeinde Südbrookmerland. Es wurden ca. 4000 Stunden unentgeldliche Eigenleitung erbracht.
Am 12. Dezember 1992 wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 angeschafft. Es war das erste Fahrzeug dieser Art im Kreisgebiet. Dieses Fahrzeug hat einen Wassertank von 600 Liter für den Ersteinsatz.
1994 mussten die Fahrzeughallen mit rutschfesten Fußbodenfliesen ausgerüstet werden. Hier wurden wieder ein Eigenleistung die Böden verfliest, und zugleich die Trennwand zwischen den Hallen entfernt.
1996 wurde ein gebrauchtes Fahrzeug von der Gemeinde Südbrookmerland gekauft, welches wiederum in Eigenleistung zu einem MTW umgebaut wurde.
Jede Ortsfeuerwehr in Südbrookmerland wurde mit einem Schwerpunkt ausgerüstet.
1998 erhielten wir einen Stromerzeuger auf einem Anhänger. Stromerzeuger und Lichtmast kosteten ca. 30.000 DM.

Im 14. Mai 2001 wurde Hans Bernhard Hanssen zum stellv. Ortsbrandmeister ernannt.

Am 14. Dezember 2003 wurden Neuwahlen durchgeführt.
Der Ortsbrandmeister Schweer Goldenstein würde am 09. September 2004, 62 Jahre alt werden, und somit als Brandmeister nicht wieder gewählt werden dürfen. Zum neuen Ortsbrandmeister wird Hans-Bernhard Hanssen gewählt, sein stellv. wird Theo Geiken sein.

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